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Die Faszination des Schwibbogens

Die Erzgebirgische Volkskunst erfreut sich immer größer werdender Sympathie.
Ein ganz besonderer Zauber geht von ihr aus wenn es um Weihnachten und die Zeit davor geht. Ein Zauber, auf den keiner mehr verzichten will, der ihn einmal kennengelernt hat!

In der Adventszeit

Zur Adventszeit im Erzgebirge begegnet man einer Besonderheit. Überall ist das sanfte Leuchten verschieden gestalteter Schwibbögen in den Fenstern, der kleinen erzgebirgischen Häuschen, die gerade in der Dunkelheit wunderschön leuchten, zu sehen.
Aber was hat es mit diesem Fensterschmuck auf sich?

Die Bedeutung des Wortes Schwibbogen

Das Wort Schwibbogen ist eine sprachliche Ableitung des Begriffs „Schwebebogen“, mit dem in der Architektur eine bogenförmige Konstruktion mit freitragender Struktur wie bei Brücken und Gewölben bezeichnet wird.

Zur Geschichte des Schwibbogens

Der wahrscheinlich älteste erzgebirgische und noch erhaltene eiserne Schwibbogen stammt vom Bergschmied J. C. Teller und hat elf Lichtertüllen.
Dieser ist mit der Jahreszahl 1778 versehen. Allerdings entdeckte man im Jahr 2003 unter der alten Farbschicht die Jahresangabe 1740. Auf dem Lichterbogen befinden sich elf Lichtertüllen, diese sollten an die zwölf Jünger Jesu erinnern. Die zwölfte Lichtertülle fehlt, diese symbolisiert den Jünger Judas und wurde nach Literaturangaben weggelassen, da Judas seinen Herrn Jesus verraten hat.

Mit sieben Lichtertüllen tauchte erstmals im Jahr 1810 ein Schwibbogen auf.

Dieser war deutlich kleiner als seine Vorgänger. Vielleicht fehlte daher einfach der Platz für mehr Lichter oder jede einzelne Lichttülle stand für die sieben Tage der Schöpfung in der Bibel. Die Sieben ist eine heilige Zahl, auch das könnte der Grund dafür gewesen sein.
Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter waren Ausdruck der Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht, das sie vor allem in den Wintermonaten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen; zum Arbeitsbeginn am frühen Morgen war es noch dunkel, und nach dem Ende der Schicht am Abend war die Sonne bereits untergegangen.

Und wie sieht es Heute aus?

Die heute fast ausschließlich eingesetzten elektrischen Kerzen, mittlerweile sogar als LED-Lampen, verdrängten immer mehr die früher genutzten Wachskerzen.

Hinsichtlich des Materials erfolgten ebenfalls Veränderungen, wurden Anfangs Schwibbögen meist geschmiedet, erfolgte bis weit ins 20. Jahrhundert vor allem die Herstellung aus Schwarzblech gestanzte und danach ausgesägte hölzerne Lichterbogen. Heute ist Holz als Werkstoff am verbreitetsten.

Erscheinungsbild des Schwibbogens

Obwohl die charakteristische, halbrunde Form des Schwibbogens häufig mit dem Mundloch eines Stollens in Verbindung gebracht wurde, orientiert sich seine Optik eher an dem Himmelsbogen. Diese Annahme belegen die frühzeitlichen Motive, wie Sonne, Mond und Sterne, die den Lichterbogen einst ebenso schmückten wie religiöse Symbole der Weihnachtsgeschichte.
Die Darstellung des Sündenfalls und der Vertreibung Adams und Evas aus dem Garten Eden, die sich durchweg auf den ältesten erhaltenen Schwibbögen des 18. Jahrhunderts findet, ist inzwischen nicht mehr gebräuchlich. Die Darstellung weitet sich vom bergmännischen Arbeitsbereich auf das gesamte erzgebirgische Leben und Handwerk aus.

Das bekannteste Motiv

Das heute am verbreitetste Motiv stammt von der Leipziger Grafikerin Paula Jordan. Es entstand 1937/38 im Rahmen der von dem Schwarzenberger Fabrikanten Friedrich Emil Krauß initiierten „Feierohmd-Schau“. Durch einen Wettbewerb hatte er zur Gestaltung eines Schwibbogens aufgerufen, der symbolisch das Brauchtum und die alten Gewerke der Region zeigen sollte. Der von der Illustratorin Paula Jordan eingereichte Entwurf wurde dem Anspruch am ehesten gerecht, die Elemente früherer Motive in einem Schwibbogen zu vereinen, und gewann den Wettbewerb. Nach ihrer Vorlage wurde von den
Bergschmiedemeistern Max Adler und Curt Teller ein sieben mal vier Meter großer Schwibbogen für die Ausstellung gebaut und aufgestellt, der heute seinen Standort in Johanngeorgenstadt hat. Krauss ließ das Motiv noch 1937 als Warenzeichen schützen.

Die Motive im Bogen spiegeln den Alltag der Bergleute und ihrer Familien wieder. Die einfühlsame bildliche Darstellung zeigte zwei Bergleute, die einen Schild mit den sächsischen Kurschwertern halten, darunter die Bergmannstruhe, verziert mit Schlägel und Bergeisen. An den Seiten sitzen eine Klöpplerin und ein Schnitzer, also die drei Berufe, die der Bevölkerung des Erzgebirges im 18. und 19. Jahrhunderts die meisten Einnahmen brachten. Die Weihnachtstradition bezeugen Leuchterspinne, Schwebeengel und Räuchermann. Auf die Sagenwelt deutet die Wunderblume, auf die Volkskunst die aufgehende Blüte hin. Das Hufeisen erinnert an den Bergschmied.

Der Entwurf von 1937 begleitet die Erzgebirger seither als „Schwarzenberger Schwibbogen“ durch die Weihnachtszeit.
Mit der Verbreitung des Schwibbogens in den Familien entstanden zahllose Varianten, deren Umfang kaum noch zu erfassen ist. Die Erfinder lassen Fantasie walten. Ihre Motive entsprechen aber oft nicht mehr dem eigentlichen Sinn des Schwibbogens.
Somit ist der Schwibbogen ein dekorativer Begleiter der Adventszeit geworden, welcher die Vorfreude auf das anstehende Weihnachtsfest mit filigraner Handwerkskunst veredelt.

Der Älteste Bogen

Das ist der älteste, erhaltenen Schwibbogen, zu sehen im Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ullrich Vulturius: „Replik des ältesten erhaltenen Schwibbogens“, Inv.-Nr. F 3610
Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Suchen auch Sie nach dem passenden erzgebirgischen Weihnachtsschmuck?
Dann werden Sie den Schwibbogen ganz sicher lieben!

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